Bild 4Zugegeben, auf Blogs wird man häufig nur mit Häppchen versorgt – mit halbgaren und gefährlichem Halbwissen. Von Daher soll an dieser Stelle ein Web-Tipp für alle Freunde der gutrecherchierten und geschriebenen Plattenrezensionen folgen. Die Seite Plattentests.de bietet mehr als nur Stückwerk. Bild 3Fundierte Rezensionen, mit Phantasie, Hintergrundwissen und der Ein oder Anderen wortgedrechselten Formulierung. Das Archiv von Plattentests.de ist reichhaltig bestückt und enthält eine enorme Bandbreite von Plattenerscheinungen der letzten Jahre. Eine ziemlich gelungene Formulierung für eine Platte, die es auch in meine Alltime-Plattencharts geschafft hat ist die für Sophie Hungers Meisterwerk “Mondays Ghost”: “Es gibt Alben, auf die kann man nicht warten. Weil man gar nicht wüsste, wann und wo. Sie erreichen den Kopfbahnhof zu einer Uhrzeit, die sekundengenau hält, was keine Ansage versprochen hat, und fahren auf einem Gleis ein, dessen Existenz keiner Ordnungszahl bedarf. Dann sind sie einfach da, und man weiß, dass man einsteigen muss, in diesen Zug, der das Ziel kennt. (…) Dreizehn Abteile, keines davon überfüllt, die Sitze weich gepolstert, manche ein bisschen aufgeschlitzt. Der Blick zur Gepäckablage wechselt sich ab mit dem Blick aus dem Fenster, auf eine Landschaft, die schneller rast, als die Gedanken im Kopf. Wer Sophie Hunger finden will, braucht gar nicht erst im Speisewagen zu suchen – ihre Lieder leben alleine von der Sehnsucht nach dem Aufbrechen und Ankommen.”