QUU.FM Kinoempfehlung von Nadine Gräser:

SomewhereSomewhere

Nach ihrem internationalen Erfolg „Lost In Translation“ (2002) kehrt im neuen Film von Regisseurin Sofia Coppola „Somewhere“, ein Motiv zurück. Das Leben im Hotel. Für viele ein Einsames. Auch für Johnny Marco, gespielt von Stephen Dorff. Dorff verkörpert einen berühmten Schauspieler, der gerade seinen letzten Blockbuster im Kasten hat nun seine freie Zeit in Los Angeles, im „Chateau Marmont Hotel“ verbringt. Eine einsame Monotonie aus Partys, Frauen und Alkohol prägen sein Leben. Ansonsten liegt er antriebslos und gelangweilt auf dem Sofa herum. Eines Tages klingelt Johnny Marcos Telefon. Seine Exfrau ist dran und bittet ihn, die gemeinsame 10-jährige Tochter aufzunehmen. Cleo, gespielt von Elle Fanning, soll eine Zeit lang bei ihrem Vater leben. Es beginnt eine fragile, spannungsgeladene Beziehung zwischen Vater und Tochter.

Sofia Coppola hat ein Gefühl fürs Bild. Sie erschafft, ähnlich wie in allen ihren vorherigen Filmen eine tiefe bildästhetische Schönheit. Alle Szenen sind feine Bild-Kompositionen kunstvoll und formvollendet. Dieser Film ist von daher der reinste Genuss. Sofia Coppola hat diese eigene Bildsprache mit ihren eigene Themen und Motive gefüllt. So sind es auch in „Somewhere“ Menschen, die in einem goldenen Käfig sitzen in einem freien Raum wie einem Hotel unfrei sind. Das erinnert an „Lost in Translation“. Sofia Coppola wiederholt immer wieder Hotel-Settings, denn ihre eigene Beziehung zu ihrem Vater Francis Ford Coppola fand auch oft in einem Hotel statt. In einem Interview über den Film sagt sie: „We travelled a lot and stayed in hotels with my dad, when he made his films in different citys. So i was like staying in hotels. I felt they become these little worlds into themselves, where you see the same people and the type of people who stay there. I like this as a setting. So i find myselfe setting movies there.

Hier gehts zur Website von Somewhere.


ein_gutes_Herz_article„Ein Gutes Herz“
In dem Film „Ein gutes Herz“ sehen wir die Nahaufnahme eines überquellenden Aschenbechers in einer herunter gekommenen New Yorker Wohnung. Daneben sitzt Jacques (Brian Cox), ein griesgrämiger, ungepflegter Barbesitzer, in einem schwarzen Ledersessel. Vor ihm ein altes Kassettendeck. Er versucht sich zu beruhigen. Eine esoterische Anleitung auf Kassette soll ihm dabei helfen. In der nächsten Sekunde zerdeppert Jacques den ganzen Recorder. Er erleidet dabei einen Herzinfarkt, seinen 5, wie sich später herausstellt. Er wird in ein New Yorker Krankkenhaus eingeliefert. Im Krankenhaus lernt Jacques den jungen, obdachlosen Lucas (Paul Dano) kennen, der nach einem gescheiterten Selbstmordversuch auch dort hingebracht wurde. Der ungezügelte Jaques und der immer traurige Aussteiger Lucas bilden ein ungleiches Paar. Nachdem beide entlassen worden sind, landet Lucas wieder auf der Straße. In einer mit Plane überdachten Behausung wird er von Jacques aufgegabelt. Jacques rechnet jeden Moment damit abzutreten, er erkennt in Lucas einen würdigen Nachfolger für seine schummerige Bar, und quartiert ihn bei sich ein. Er führt den Jungen in die eigenartige, kaputte Welt seiner Stammgäste ein und unterrichtet ihn in seiner reichlich eigenwilligen Kneipen-Philosophie: Zu Gästen stets unfreundlich sein. Sie nie mit ihnen anfreunden und absolutes Frauenverbot, das sind die obersten Gebote. Das geht so lange gut, bis die blonde Stewardess April (Isild Le Besco) in die Bar stolpert und Lucas den Kopf verdreht.
„Ein gutes Herz“ ist das neue Werk des isländischen Regisseurs Dagur Kári, der mit Filmen wie „Dark Horse“ und „Noi Albinoi“ schon seinen lakonischen Humor unter Beweis gestellt hat. So ist auch „Ein gutes Herz“ ein stiller und melancholischer, zugleich aber auch heiterer Film, für den Kári eine geschickte Hand bei der Besetzung zeigt.

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