Dan Costello kommt aus Brooklyn und ist ein sehr unterhaltsamer Singer-Songwriter. Er sträubt sich nicht, in seine Musik jegliche Richtungen einzubauen. So kann man von klassischem Singer Songwriter Pop, auch Hip-Hop bis zu Country und Folk Klänge erwarten. Am Wochenende hat er ein kleines Konzert auf dem Hamburger Reeperbahnfestival gespielt. Ich war da und zutiefst beeindruckt. Er konzentrierte sich dabei voll und ganz darauf, was er mit seiner Gitarre und Stimme machen kann. Keine große Band, keine großen Arrangements – dafür solides Gitarrenspiel mit sehr witzigen Texten. Manchmal kritisch-politisch und witzig, aber auch gemütlich-kuschelig und krank. So setzt man sich auf einem Konzertabend bei Dan Costello plötzlich damit auseinander, was wäre, wenn wir alle einen Bluetooth-Chip in unserem Hirn hätten. Klingt absurd und beängstigend. Wenn man den Gedanken aber noch mal weiter spinnt, merkt man, dass er gar nicht so abwägig ist – und dann kommt man auf lustige Alltagsverknüpfungen. Mikrowelle, Türklingen, Kaffeemaschine und DVD Player via Bluetooth – was für eine Erleichterung im Leben, oder?!?
Dan Costellos aktuelles Album heißt “Recession Hits” und beschäftigt sich schmunzelnd mit der aktuellen Wirtschaftslage. Die CD gibts als Free Download auf seiner Website. Wenn es euch gefällt würde sich Dan Costello selbstverständlich über eine kleine Spende freuen – auch live verkauft er seine CD für Spenden! Er möchte, dass seine Musik gehört wird, daher sollen Zuhörer mit wenig Geld nur das zahlen, was sie können. Gute Einstellung.
Dan Costello lebt in Brooklyn in einer Musiker WG und spielt noch in der Band Creaky Boards (bereits bei HOM vorgestellt), die für einen kleinen Skandal gesorgt haben, als sie behaupteten, Coldplay hätte den Song Viva La Vida bei ihnen geklaut. Ähnlichkeiten bestehen, wir wollen dies aber mal so stehen lassen. Diese Musiker-WG ist eine illustre Runde, die sich “Brooklyn Tea Party“ nennt. Vier Kumpels und eine Katze unter einem Dach. Bei Myspace schreiben Sie:
“All of the people make music. The cat is a cat. We have parties for our friends in the city and from out of town, fun get-togethers for people we love and respect.”
Der Ansatz klingt leicht Hippiesk, aber sehr interessant und die guten alten Hippies hatten ja auch einiges mit Musik am Hut. In dieser WG werden Songs geschrieben, Freunde eingeladen, viel gefeiert und Konzerte veranstaltet.
Dan Costello hat in Amerika zwar einen kleinen Plattenvertrag – in Deutschland allerdings noch keinen Deal. Beim Reperbahnfestival habe ich jedoch ein paar Plattenfirmen-Gesichter erkannt. Vielleicht ist es ja bald soweit. Bisdahin, geht auf seine Website, zieht euch legal gegen eine Spende (!) seine Songs runter.









2 Kommentare
Bernd says:
Sep 29, 2009
Hm… nen bisschen crazy. Hätte fast gesagt, kein Wunder, dass der seine Songs verschenken muss. Aber das ist vielleicht etwas zu hart.
quugunnar says:
Sep 30, 2009
@Bernd: Kann ich sogar verstehen – guck ihn dir aber mal live an. Da wartet wirklich ein unterhaltsamer Abend auf dich! (bin an seinen Verkäufen nicht beteiligt)